OKTOBER
Freitag, 2. Oktober 2026, 19.00 UhrVORTRAG
Im Schatten von Kirche und Burg – Das Dorf Schöller Heiko Schnickmann
Bergische VHS, Auer Schulstraße 20, 42103 Wuppertal Schöller gehört seit 1975 zu Wuppertal – eine Eingemeindung, die einen tiefen Einschnitt in die lange Geschichte des Ortes markierte. Zuvor war Schöller historisch weit stärker nach Westen als nach Osten orientiert. Diese Diskrepanz prägt die Wahrnehmung bis heute: Schöller wird kaum als Teil Wuppertals identifiziert. Der Vortrag beleuchtet die zwei wesentlichen Gründe hierfür: die historische Struktur als geteilter Herrschaftsbereich und die daraus resultierende Identität einer Dorfgemeinschaft, die ihre Eigenständigkeit stets leidenschaftlich verteidigte.
Sonntag, 4. Oktober 2026, 17.00 Uhr
VORTRAG
„Verständlich für Gelehrte und Analphabeten“: Gerd Arntz, das Bergische Land und die Entstehung der Bildstatistik Dr. Urs Diederichs
„Verteilungsstelle Kunst und Geschichte“, Sedanstraße 86/88, 42281 Wuppertal
Ergänzende Führung zu Werken von Gerd Arntz um 16.00 Uhr Der sozialkritische Künstler Gerd Arntz wurde in Remscheid geboren und verarbeitete die Konflikte der Industrialisierung in prägnanten Holzschnitten. Ab 1926 leitete er in Wien die grafische Abteilung des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums unter Otto Neurath. Gemeinsam entwickelten sie die „Wiener Methode der Bildstatistik“ – den Vorläufer heutiger Piktogramme. Ihr Ziel war ein emanzipatorischer Bilderschatz, der für Gelehrte und Analphabeten gleichermaßen verständlich sein sollte. Nach seiner Emigration 1933 lebte und arbeitete Arntz bis zu seinem Tod in Den Haag. Sein Werk blieb zeitlebens tief von seinen frühen Erfahrungen im Bergischen Land geprägt.
Dienstag, 13. Oktober 2026, 13.30 Uhr
Rundgang zu Street-Art-Werken
Sabine Schleifer
Treffpunkt: Schwebebahnstation Völklinger Straße
Max. 20 Teilnehmer, Kosten: 5,– € p.P. (zahlbar vor Ort), Dauer ca. 2 Stunden
Anmeldung und Auskünfte: Dr. Sigrid Lekebusch, s.lekebusch@web.de, Tel. 0202 6481044 Die beeindruckenden Werke international bekannter Street-Art-Künstler:innen verwandeln unsere Stadt in eine dynamische Open-Air-Galerie. Der Rundgang führt zu zwei Kernarealen entlang der Wupper mit insgesamt etwa 10 Werken – beginnend in Unterbarmen, nach Weiterfahrt mit der Schwebebahn bis zur Station Kluse weiter im Bereich Hofaue.
Donerstag, 29. Oktober 2026, 18.00 Uhr
Stammtisch
Restaurant „atelier“, Hofaue 51, Wuppertal Lockeres Gespräch über unsere Stadtgeschichte in gepflegter Atmosphäre.
NOVEMBER
Dienstag, 3. November 2026, 19.00 UhrVORTRAG
Ein Neugründungsversuch der Weimarer Republik: Der Streit um die „Fürstenenteignung“ PD Dr. Georg Eckert
„Verteilungsstelle Kunst und Geschichte“, Sedanstraße 86/88, 42281 Wuppertal Schon infolge der Revolutionen von 1918 kamen Rufe nach Enteignung der vormaligen Fürsten auf, die im Jahre 1926 in einem reichsweiten Volksentscheid kulminierten – initiiert von der politischen Linken, aber vielerorts ebenfalls von Zentrum und Liberalen befürwortet. Vehement wurde die Kampagne ausgetragen und polarisierte: indem neben einer sozialen Frage auch die politische zur Debatte stand, inwiefern die Weimarer Demokratie eher eine repräsentative oder eher eine plebiszitäre sein sollte. Nicht weniger als eine Neugründung der Republik wurde hier verhandelt, auch im Wuppertal. Begleitend zum Vortrag werden Dokumente, Plakate, Flugblätter und Zeitungsschlagzeilen aus der wohl größten Kampagne der Weimarer Jahre aus dem Wuppertal gezeigt.
Dienstag, 10. November 2026, 14.00 Uhr
Führung durch das neu eröffnete Industriemuseum
Dr. Lars Bluma
Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur, Engelsstraße 10, 42283 Wuppertal
Max. 25 Teilnehmer, Kosten: 5,– € p.P. (zahlbar vor Ort)
Anmeldung: Dr. Sigrid Lekebusch, s.lekebusch@web.de, Tel. 0202 6481044 Industrialisierung im historischen Kontext mit Fokus auf Technik, Wirtschaft und Soziales – inklusive interaktiver Elemente wie einer digitalisierten Ausstellung.
DEZEMBER
Donnerstag, 3. Dezember 2026, 18.00 UhrVORTRAG
Paul Wellershaus (1887–1976): ein Maler der „verlorenen Generation“? Dr. Joachim Studberg
Seniorenresidenz am Laurentiusplatz, Auer Schulstraße 12, 42103 Wuppertal Vor fünfzig Jahren starb der bergische Maler Paul Wellershaus (1887–1976). Nach seiner Ausbildung in Barmen und Düsseldorf prägten die katastrophalen Umbrüche des 20. Jahrhunderts – vom Ersten Weltkrieg an – sein Schaffen. Anders als die Berliner Bohème reagierte Wellershaus auf die allgemeine Desillusionierung mit dem Rückzug in sein Remlingrader Atelier, den „Malschuppen“. Obwohl seine Werke im Nationalsozialismus teils als „entartet“ beschlagnahmt wurden, galt er nach 1945 fälschlich als bloßer „Heimatkünstler“. Der Vortrag beleuchtet einen Künstler des Expressiven Realismus, der die Grenze zur Abstraktion streifte, ohne die Realität je zu verklären. Ein Blick auf ein Werk von hoher Qualität, so dass heute eine Wiederentdeckung lohnt.
