JUNI

Donnerstag, 11. Juni, 19.00 Uhr
VORTRAG
Die Wiesenbewässerung zwischen Rhein, Ruhr und Wupper

Wilfried Sauter
Seniorenresidenz am Laurentiusplatz, Auer Schulstraße 12, 42103 Wuppertal

Diese – hier im Raum beinahe vollkommen vergessene – Intensivierungsmaßnahme des Futterbaus war eine zentrale Voraussetzung für die massive Steigerung der Landwirtschafts­erträge parallel zur industriellen Revolution. Vorgestellt werden die topographischen, klimatischen, technischen, politischen und rechtlichen Voraussetzungen dieser agrarischen Intensivierungskultur. Es werden Beispielen aus verschienen benachbarten Regionen gezeigt, für Wuppertal sind z. B. die Flößgräben an der Düssel bei Schöller von besonderer Bedeutung.


JULI

Donnerstag, 9. Juli 2026, 19.00 Uhr
VORTRAG
Die Geburtsstunde des Bergischen? Neues zu den Anfängen der frühen Grafen von Berg Dr. Vera Dinslage (Bergische Universität Wuppertal)
Stadtbibliothek Wuppertal, Kolpingstraße 8, 42103 Wuppertal Lange Zeit galten die Anfänge der frühen Grafen von Berg (von 1106 bis 1225) als ungewiss: Wer waren ihre Vorfahren im 11. Jahrhundert? Eine familiäre Verbindung zu den Vögten von St. Heribert in (Köln-)Deutz oder zu den (Essen-)Werdener Vögten – oder doch zu den mächtigen Pfalzgrafen am Rhein? – So nahmen viele Forscher an, ohne dies widerspruchsfrei am Quellenbefund belegen zu können. Der Vortrag bietet einen neuen Weg durch jene alten Fragen der Forschung und kann dabei erstmals stichhaltig eine Herkunft jener Adelsfamilie vorschlagen, die dem Bergischen seinen Namen gab.

SEPTEMBER

Donnerstag, 3. September 2026, 19.00 Uhr
VORTRAG
„Glanzstoff“, „Bemberg“ und andere – Wuppertal als Mittelpunkt der deutschen Kunstseidenindustrie Reiner Rhefus
Seniorenresidenz am Laurentiusplatz, Auer Schulstraße 12, 42103 Wuppertal Im Jahr 1901 – vor 125 Jahren – ließen sich die zwei Jahre zuvor gegründeten „Vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG“ in Elberfeld nieder. Zeitgleich experimentierte die Türkischrotfärberei J.P. Bemberg in Barmen bereits mit dem neuartigen künstlichen Seidenfaden. In den 1920er-Jahren stieg Wuppertal zum Zentrum der deutschen Kunstseidenindustrie auf und beherrschte gemeinsam mit zwei Unternehmen aus England und Italien den Weltmarkt. Über Jahrzehnte prägte die Herstellung und Verarbeitung der synthetischen Fäden die örtliche Gewerbelandschaft und hinterließ markante Bauten wie das „Glanzstoff-Hochhaus“ von 1956. Der Vortrag beleuchtet die Geschichte dieser Schlüsselindustrie direkt am historischen Schauplatz, dem im Original erhaltenen Sitzungssaal der ehemaligen Konzernzentrale.

Sonntag, 13. September 2026, 11.00–17.00 Uhr
TAG DES OFFENEN DENKMALS
„Verteilungsstelle Kunst und Geschichte“, Sedanstraße 86/88, 42281 Wuppertal-Barmen Genossenschaftliche Verkaufskultur / Kunstseidenindustrie in den 1920er Jahren / Führung und Ausstellung

Samstag, 19. September 2026, 12.00 Uhr
VORTRAG
Zwischen Klostermauern und Handelswegen: Neue Einblicke in die Geschichte Beyenburgs BGV, Jürgen Rottmann
Ev. Gemeindehaus Beyenburg, Steinhauser Straße 12, 42399 Wuppertal
Kostenbeitrag: 21,– €
Anmeldung bis 14. September: info@bgv-wuppertal.de Beyenburg ist weit mehr als eine idyllische Kulisse an der Wupperschleife – es ist seit Jahrhunderten ein Knotenpunkt von Glaube, Handel und Gemeinschaft. Wir laden Sie herzlich zu spannenden Vorträgen und einem geselligen Austausch ein im Gedächtnis an den Heimatforscher Gerd Helbeck. 12.00 Uhr Vorträge und Gespräche:
Wege der Geschichte: Erfahren Sie Spannendes über die Straßenverbindungen rund um Beyenburg und wie diese die Entwicklung des Ortes geprägt haben.
Spuren im Boden: Aktuelle Funde im Bereich der alten Handelsstraße geben greifbare Einblicke in das Leben vergangener Generationen.
Glaube und Tradition: Neuere Erkenntnisse zum Kreuzherrenkloster sowie zur geschichtsträchtigen Schützenbruderschaft St. Annae et Katharinae. 13.30 Uhr Bergische Kaffeetafel „met allem dröm on draan“
15.00–16.30 Uhr Führung durch das historische Beyenburg

OKTOBER

Donnerstag, 1. Oktober 2026, 19.00 Uhr
VORTRAG
Im Schatten von Kirche und Burg – Das Dorf Schöller Heiko Schnickmann
Bergische VHS, Auer Schulstraße 20, 42103 Wuppertal Schöller gehört seit 1975 zu Wuppertal – eine Eingemeindung, die einen tiefen Einschnitt in die lange Geschichte des Ortes markierte. Zuvor war Schöller historisch weit stärker nach Westen als nach Osten orientiert. Diese Diskrepanz prägt die Wahrnehmung bis heute: Schöller wird kaum als Teil Wuppertals identifiziert. Der Vortrag beleuchtet die zwei wesentlichen Gründe hierfür: die historische Struktur als geteilter Herrschaftsbereich und die daraus resultierende Identität einer Dorfgemeinschaft, die ihre Eigenständigkeit stets leidenschaftlich verteidigte.

Sonntag, 4. Oktober 2026, 17.00 Uhr
VORTRAG
„Verständlich für Gelehrte und Analphabeten“: Gerd Arntz, das Bergische Land und die Entstehung der Bildstatistik Dr. Urs Diederichs
„Verteilungsstelle Kunst und Geschichte“, Sedanstraße 86/88, 42281 Wuppertal
Ergänzende Führung zu Werken von Gerd Arntz um 16.00 Uhr Der sozialkritische Künstler Gerd Arntz wurde in Remscheid geboren und verarbeitete die Konflikte der Industrialisierung in prägnanten Holzschnitten. Ab 1926 leitete er in Wien die grafische Abteilung des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums unter Otto Neurath. Gemeinsam entwickelten sie die „Wiener Methode der Bildstatistik“ – den Vorläufer heutiger Piktogramme. Ihr Ziel war ein emanzipatorischer Bilderschatz, der für Gelehrte und Analphabeten gleichermaßen verständlich sein sollte. Nach seiner Emigration 1933 lebte und arbeitete Arntz bis zu seinem Tod in Den Haag. Sein Werk blieb zeitlebens tief von seinen frühen Erfahrungen im Bergischen Land geprägt.

Dienstag, 13. Oktober 2026, 13.30 Uhr
Rundgang zu Street-Art-Werken Sabine Schleifers
Treffpunkt: Schwebebahnstation Völklinger Straße
Max. 20 Teilnehmer, Kosten: 5,– € p.P. (zahlbar vor Ort), Dauer ca. 2 Stunden
Anmeldung und Auskünfte: Dr. Sigrid Lekebusch, s.lekebusch@web.de, Tel. 0202 6481044 Die beeindruckenden Werke international bekannter Street-Art-Künstler:innen verwandeln unsere Stadt in eine dynamische Open-Air-Galerie. Der Rundgang führt zu zwei Kernarealen entlang der Wupper mit insgesamt etwa 10 Werken – beginnend in Unterbarmen, nach Weiterfahrt mit der Schwebebahn bis zur Station Kluse weiter im Bereich Hofaue.

Montag, 29. Oktober 2026, 18.00 Uhr
Stammtisch
Restaurant „atelier“, Hofaue 51, Wuppertal Lockeres Gespräch über unsere Stadtgeschichte in gepflegter Atmosphäre.

NOVEMBER

Dienstag, 3. November 2026, 19.00 Uhr
VORTRAG
Ein Neugründungsversuch der Weimarer Republik: Der Streit um die „Fürstenenteignung“ PD Dr. Georg Eckert
„Verteilungsstelle Kunst und Geschichte“, Sedanstraße 86/88, 42281 Wuppertal Schon infolge der Revolutionen von 1918 kamen Rufe nach Enteignung der vormaligen Fürsten auf, die im Jahre 1926 in einem reichsweiten Volksentscheid kulminierten – initiiert von der politischen Linken, aber vielerorts ebenfalls von Zentrum und Liberalen befürwortet. Vehement wurde die Kampagne ausgetragen und polarisierte: indem neben einer sozialen Frage auch die politische zur Debatte stand, inwiefern die Weimarer Demokratie eher eine repräsentative oder eher eine plebiszitäre sein sollte. Nicht weniger als eine Neugründung der Republik wurde hier verhandelt, auch im Wuppertal. Begleitend zum Vortrag werden Dokumente, Plakate, Flugblätter und Zeitungsschlagzeilen aus der wohl größten Kampagne der Weimarer Jahre aus dem Wuppertal gezeigt.

Dienstag, 10. November 2026, 14.00 Uhr
Führung durch das neu eröffnete Industriemuseum
Dr. Lars Bluma
Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur, Engelsstraße 10, 42283 Wuppertal
Max. 25 Teilnehmer, Kosten: 5,– € p.P. (zahlbar vor Ort)
Anmeldung: Dr. Sigrid Lekebusch, s.lekebusch@web.de, Tel. 0202 6481044 Industrialisierung im historischen Kontext mit Fokus auf Technik, Wirtschaft und Soziales – inklusive interaktiver Elemente wie einer digitalisierten Ausstellung.

DEZEMBER

Donnerstag, 3. Dezember 2026, 18.00 Uhr
VORTRAG
Paul Wellershaus (1887–1976): ein Maler der „verlorenen Generation“? Dr. Joachim Studberg
Seniorenresidenz am Laurentiusplatz, Auer Schulstraße 12, 42103 Wuppertal Vor fünfzig Jahren starb der bergische Maler Paul Wellershaus (1887–1976). Nach seiner Ausbildung in Barmen und Düsseldorf prägten die katastrophalen Umbrüche des 20. Jahrhunderts – vom Ersten Weltkrieg an – sein Schaffen. Anders als die Berliner Bohème reagierte Wellershaus auf die allgemeine Desillusionierung mit dem Rückzug in sein Remlingrader Atelier, den „Malschuppen“. Obwohl seine Werke im Nationalsozialismus teils als „entartet“ beschlagnahmt wurden, galt er nach 1945 fälschlich als bloßer „Heimatkünstler“. Der Vortrag beleuchtet einen Künstler des Expressiven Realismus, der die Grenze zur Abstraktion streifte, ohne die Realität je zu verklären. Ein Blick auf ein Werk von hoher Qualität, so dass heute eine Wiederentdeckung lohnt.